Filme von Jeanine Meerapfel:
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"Zwickel auf Bizyckel" (1968-69/1997)
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| Regie: Kollektiv (Reinhard Kahn, Michel Leiner, Jeanine Meerapfel, Ingeborg Nödinger, Rolf Scheimeister, Pavel Schnabel) Drehbuch, Schnitt und endgültige Fassung: Reinhard Kahn und Michel Leiner Kamera: Rolf Scheimeister, Pavel Schnabel Produktion: Epplwoi Motion Pictures, Frankfurt am Main, 1969/70 und Reinhard Kahn Filmproduktion, Frankfurt am Main, 1997 Hauptdarsteller: Roswitha
Balser, Gabi Weber, Viktor Huber, Sabine Ebner |
Preise: Hessischer Filmpreis 1997. Filmfestivals: Hofer Filmtage 1997, Frankfurter Filmschau 1997, Deutsche Reihe - Forum des Jungen Films 1998, etc.
Zur Entstehungsgeschichte des Films: Unter dem Arbeitstitel "Auf
der Suche nach dem Glück" entstand 1967
ein von Reinhard Kahn und Michel Leiner geschriebenes Drehbuch,
in dem Personen aller sozialen Schichten auftreten. Dieses Drehbuch
bekam 1968 eine Projektförderung des Kuratoriums "Junger
Deutscher Film" zugesprochen. Nach einigen Erfahrungen mit
der kollektiven Arbeitsweise am Institut für Filmgestaltung
Ulm entschlossen sich die Drehbuchautoren - als die erste Fördergeldrate überwiesen
war - den Film zusammen mit anderen Mitstudenten zu realisieren.
Das Kollektiv, bestehend aus sieben FilmstudentInnen und einer
ehemaligen Sekretärin, zog zum Jahreswechsel 1968/69 nach
Frankfurt am Main, mietete ein Haus im Westend, nannte sich "Epplwoi
Motion Pictures" und begann mit den Dreharbeiten. Für
deren Finanzierung standen nur die Mittel aus der Projektförderung
zur Verfügung. Das Kollektiv teilte sich in zwei Teams. Für
ihre Arbeit wählten sie eine halbdokumentarische Methode,
drehten an Originalschauplätzen und setzten als Darsteller
nur Laien ein, die die gleichen Berufe wie die Figuren im Drehbuch
hatten.
Inhalt: Erzählt wird ein Abschnitt
aus dem Leben zweier Personen, die sich im Film nicht treffen. Die
Kindergärtnerin Doris soll ein vierjähriges Kind zu dessen
Eltern nach Afrika bringen.
Pressestimme (Auswahl): "...'Zwickel auf Bizyckel' einen Lacherfolg zu nennen, hieße ihn auf die populärste seiner Qualitäten zu reduzieren; mindestens so entscheidend für das Wunder, das dieser kleine Film heute darstellt, sind seine exzellente Schwarzweißphotographie, seine dokumentarischen Seiten (das Kino als perfekte Zeitmaschine) und vor allem natürlich seine erfundenen Figuren, die dargestellt von Laien, nicht wahrhaftiger sein könnten. Als habe Jim Jarmusch mit Leuten von der Straße ein Drehbuch von Achternbusch inszeniert, so wirken die zwei parallel erzählten Geschichten von Doris, der schlampigen Kindergärtnerin, und Robert, dem schielenden Hilfsarbeiter. "Was könnte ich mir für meine Küche denn noch anschaffen?" fragt Doris am Ende, und der sich darauf entspinnende Dialog zwischen ihr und ihrer Freundin, ob Gas- oder Elektroherd, muß zu den grandiosesten Dada-Filmdialogen seit Karl Valentin zählen..." Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main (Robert Fischer, 28.10.97) |
"Malou" (1981)
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| Regie und Drehbuch: Jeanine Meerapfel Kamera: Michael Ballhaus Musik: Peer Raben Ton: Gunter Kortwich Schnitt: Dagmar Hirtz Produktion: Regina Ziegler- Filmproduktion GmbH Hauptdarsteller: Ingrid Caven, Grischa Huber, Helmut Griem, Ivan Desny |
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Preise: Internationaler Kritikerpreis - FIPRESCI, Cannes 1981; 1. Preis ("Alfonso Sánchez") und Preis der Katholischen Kirche, San Sebastián 1981; 1. Preis Chicago 1981. Filmfestivals: New York (New directors), Taormina, Montreal, Sidney, Thessaloniki, London, Istanbul, etc.
Inhalt: Zwei Lebensgeschichten: Malou, Animierdame
im Straßburg der 30er Jahre, heiratet einen wohlhabenden deutsch-jüdischen
Kaufmann und wird in die Emigration nach Südamerika verschlagen
- das ungewöhnliche Schicksal einer kleinen Französin, die
nach oben wollte. Und Hannah, eine moderne, junge Frau, die im heutigen
Berlin an ihrer Rolle in einer konventionellen Ehe mit einem Architekten
zweifelt und im Leben der Mutter nach Antworten für ihre Probleme
sucht.
Pressestimmen (Auswahl): "Die Vergangenheit wie
die Jetztzeit, das Deutsche wie das Exotische hat die Regisseurin
Jeanine Meerapfel in ihrem Erstlingsspielfilm Malou mit
bezwingender Leichtigkeit, mit Charme, Trauer, Zärtlichkeit
und unfehlbarem Geschmack dargestellt." "Malou' ist
ein Film, der Gefühle zeigt, ohne sentimental zu sein. Er arbeitet
mit stilistischen Mitteln, die überzeugen und Schauspielern,
allen voran Ingrid Caven und Grischa Huber, deren Gesichter, deren
Gesten und Handlungen noch lange im Gedächtnis bleiben." "Ein intelligenter, behutsamer
Film über eine Krise, die gewiß öfter durchlitten
als eingestanden wird. Hier wird sie ausgelebt. Nur so kann man sie
schließlich meistern. Ein Film der Gefühle, der nicht
der Verlockung zum Gefühlskino nachgibt: Wie leicht, wie einfach
und wie falsch könnte alles über die Schilddrüse laufen.
Da sei John Cassavetes vor: Ein hoch gezielter Vergleich, der die
Nähe signalisiert, zumindest ungefähr. Eine sympathische
Nähe." |
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"Im Land meiner Eltern" (1981)
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| Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel Kamera: Peter Schäfer Ton: Hans Schmitz Schnitt: Heidi Murero Musik: Jakob Lichtmann Produktion: Westdeutscher Rundfunk 1981, Darsteller: Anna Levine, Luc Bondy, Meier Breslav, Eva Ebner, Sarah Haffner, Jakob Lichtmann |
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Preise: Filmdukat der Stadt Mannheim 1981; lobende Erwähnung der Katholischen Filmarbeit in Deutschland, Mannheim 1981. Filmfestivals: Florenz, Cinéma des femmes París, Montreal, Berlin (Forum des jungen Films), San Sebastián, etc. |
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| Inhalt: "Wenn es Hitler nicht gegeben hätte, wäre ich ein deutsch-jüdisches Kind geworden, mehr deutsch als jüdisch, geboren in einem kleinen süddeutschen Dorf. Aber ich bin in Argentinien geboren, meine Muttersprache ist Spanisch. 1960 kam ich nach Deutschland." Dies ist Jeanine Meerapfels Ausgangssituation, von der aus sie ihre Suche nach möglichen Wurzeln ihrer eigenen jüdischen Identität beginnt, eine Suche, die immer wieder konfrontiert wird mit der deutschen Realität, die sie vorfindet. So spürt sie über subjektive und objektive Gegebenheiten hinaus der Frage nach, was es bedeutet, heute als Jude in Deutschland zu leben. Entgegen der oft gehörten Meinung, die Vergangenheit solle ruhen, sie sei bewältigt oder einfach vorbei, zeigt sie in ihrem Film eine andere Realität: Es gibt immer noch zu viele Verletzungen und Verletzte. Opfer, Täter und Zuschauer des Nationalsozialismus haben auch in den Kindern überlebt. Daher bleibt es weiterhin notwendig, sich zu erinnern. Mit der These "es gibt heutzutage wesentlich Schlimmeres, als Jude in Deutschland zu sein", weist der Film über die unverarbeitete Vergangenheit hinaus auf die derzeitige Situation der meisten Ausländer hin. Er zeigt, daß Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit und Sündenbockmentalität vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit eine andere Dimension haben als in anderen Ländern. Der Film gibt keine eindeutigen Antworten, er stellt eher offene Fragen. Die zehnjährige Anna Levine geht durch diesen Film stellvertretend für die Naivität und das Unwissen vieler. Durch die Augen eines Kindes sehen gewohnte Dinge plötzlich anders aus, sie werden deutlicher. Der Film ist ein persönliches Tagebuch und objektive gesellschaftliche Realität zugleich. |
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Pressestimmen (Auswahl): "Vernunft und Gefühl laufen
in diesem Film nie auseinander, gehen vielmehr geschwisterlich zusammen,
immer umeinander besorgt. So kommt denn auch niemals Sentimentalität
auf, sondern eine Solidarität der Minderheiten wird begreifbar,
die anrührt und überzeugt." |
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"Die Kümmeltürkin geht" (1985)
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| Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel Kamera: Johann Feindt Musik: Jakob Lichtmann Ton: Paul Oberle/ Margit Eschenbach Schnitt: Klaus Volkenborn Produktion: Journal Film KG, Klaus Volkenborn Darsteller: Melek Tez, Family Kantemir, Niyazi Türgay, Maksud Yilmaz, Erna Krause, Etta Czach |
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Preise: Deutscher Kritikerpreis 1985; Otto-Dibelius-Preis der Evangelischen Kirche, Berlin 1985 Filmfestivals: Berlin, London, Leipzig, Edinburgh, Strasbourg, Festival du cinéma du reél, Paris, Valladolid, etc.
Inhalt: Der Film stellt dem Schlagwort "Ausländerproblem" die Realität eines Einzelschicksals entgegen: Melek, eine 38jährige Türkin, verläßt nach 14 Jahren West-Berlin und kehrt in ihre Heimat zurück. Sie hat, wie sie auf gut deutsch sagt, "die Schnauze voll". Melek paßt schlecht in das Klischee von der unterdrückten türkischen Frau. Sie ist selbstbewußt, klug, realistisch; mit einem Lächeln um den Mund und Trauer in den Augen. Und doch haben die Jahre der erfolglosen Versuche, der Enttäuschungen und Demütigungen und des sich "Anpassenmüssens" die temperamentvolle Frau mit der "Stehauf-Männchen-Natur" schließlich zermürbt. Mit vielen Koffern und unbeirrbarer Zuversicht auf eine bessere Zukunft in der Heimat kehrt sie in die Türkei zurück. Der Film ist das Porträt einer unüblichen Frau, einer Überlebenskünstlerin, die uns zwingt, die Vorstellungen, die wir von einer "typischen" Türkin haben, zu überprüfen. Ein sensibles Porträt einer faszinierenden Frau vor einem beunruhigenden politischen Hintergrund.
Pressestimmen (Auswahl): "Doch noch nie hat man dieses
Thema - trotz zahlreicher filmischer Bemühungen darum - so ganz
und gar unsentimental und doch feinnervig dargestellt gesehen. Hier
werden keine wortreichen Schuldzuweisungen wie Holzhammer geschwungen,
hier genügen liebevoll-scharfsichtige und nachdenkliche Beobachtungen,
die betroffen machen, zornig, die anstacheln, die eigene Hilflosigkeit,
gepaart mit dem kopfabwendenden schlechten Gewissen, zu überwinden. 'Die
Kümmeltürkin geht' - das ist Kino der Provokation,
des Zorns und der Spannung." "Für mich war dies
einer der besten diesjährigen Berlinale-Filme, weil er mehr
erreicht und bewegt als viele Worte, Reportagen oder Diskussionen." |
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"Die Verliebten" (1987)
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| Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel Kamera: Predrag Popovic Musik: Jürgen Knieper Schnitt: Ursula West Ton: Marco Rodic Produktion: Joachim von Vietinghoff Filmproduktion GmbH, Art Film 80, Zeta Film, Aleksandar Stojanovic Darsteller: Barbara Sukowa, Horst-Günter Marx, Ljiljana Kontic, Beta Zivojinovic, Rade Serbedzija |
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Filmfestivals: Berlin, Pula, Moscow, Montreal, etc.
Inhalt: Sie begegnen sich in Jugoslawien. Katharina, eine selbstsichere, energische Karrierefrau, Tochter jugoslawischer Gastarbeiter, in der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen, ist inzwischen zur erfolgreichen Fernsehjournalistin avanciert. Sie besucht das Land ihrer Eltern, um eine Reportage über die Integrationsschwierigkeiten jugoslawischer Gastarbeiterkinder in ihrer "Heimat" zu drehen. Sie selbst fühlt sich fremd zu Hause, meint, daß sie keine Heimat mehr brauche. Peter, ein "untypischer" Mann, träumerisch, nachdenklich, hat seinen festen Job als Komponist für Werbefilme aufgegeben. In Jugoslawien will er etwas über die Vergangenheit herausfinden: Er reist zu den Orten, an denen sein Vater während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war. Die drei gemeinsamen Tage sind eine ständige Konfrontation mit der eigenen Herkunft und Geschichte: Katharina mit ihrem unverarbeiteten Identitätskonflikt, Jugoslawin oder Deutsche zu sein, Peter mit seinem Schuldkomplex gegenüber der Nazi-Vergangenheit seines Vaters. Zusammen besuchen sie das Dorf von Katharinas Mutter. Die Familie hält sie für Verlobte, und sie spielen das Spiel mit. Während einer ziellosen Busreise durch Montenegro entdecken die beiden einander, verlieben sich, spüren, daß es mehr als nur eine flüchtige Affäre sein könnte. Jeder von ihnen wäre bereit auf den anderen zuzugehen ...
Pressestimmen (Auswahl): "..die aufrechte Auseinandersetzung
gefällt ebenso wie der sichere Blick Jeanine Meerapfels für
Details, für Menschen, für Gesichter, für Landschaften." "Dieser Film lohnt
das Ansehen und das Gespräch!" "... this intelligent and
romantic drama..." |
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"Desembarcos - Es gibt kein Vergessen" (1986-89)
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| Regie: Jeanine Meerapfel
Drehbuch: Jeanine Meerapfel Kamera: Victor González Ton: Alcides Chiesa Schnitt: Heni Bouwmeester Musik: José Luis Castiñeira de Dios Produktion: Instituto Nacional de Cinematografía/Goethe-Institut/Jeanine Meerapfel |
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Preise: "El caimán barbudo", La Habana 1990; Preis der Stadt Straßburg1990. Festivals: Menschenrechtsfestival Straßburg, Berlin (Forum des jungen Films), Leipzig, Hong Kong, Istanbul, etc. Inhalt: Zehntausende von Menschen sind zwischen 1976 und 1982 in Argentinien durch die Militärs verschleppt, gefoltert, ermordet worden. Wie geht man mit dieser Vergangenheit heute in Argentinien um? Sollen die Wunden zugedeckt werden? Der äußere Anlaß für diesen Film ist ein Regie-Workshop in Buenos Aires, veranstaltet vom dortigen "Instituto de Cine" und vom Goethe-Institut, geleitet von Jeanine Meerapfel. Drei Gruppen von Filmstudenten realisieren ihre eigenen Drehbücher. Das vorgegebene Thema war "Angst" und die Projekte handelten von der Angst, die nach der Militärdiktatur in Argentinien geblieben ist: Angst vor Repression, Folter, Exil, hauptsächlich Angst vor dem gesetzlich verordneten Vergessen. Während des Seminars tauchten Zweifel und Fragen auf. Wozu erinnern? Ist es sinnvoll immer wieder über Vergangenheit zu berichten? Oder: Was kann ein Film schon gegen das Grauen der Vergangenheit bewirken? Fragen und Zweifel über die Nützlichkeit der Ästhetik gegenüber der sinnlos erscheinenden Realität. "Es gibt kein Vergessen" ist wie ein Kaleidoskop von Fragen ohne endgültige Antworten. Der Film zeigt, wie sich die offenen Wunden der argentinischen Gesellschaft in den jungen Filmemachern spiegeln. Er dokumentiert die Verzweiflung darüber, daß sich die Vergangenheit wiederholen könnte. Er dokumentiert aber auch die Hoffnung dieser Gruppe Jugendlicher, die ihre Identität im Erinnern finden wollen.
Directors' Note " 'Desembarcos' is about the necessity to remember what happened during the military dictatorship in Argentina, to remember the thousands kidnapped, tortured, murdered. It shows this open wound of the Argentinian society reflected in this group of young people. It also shows their hopes, their quest to find their own identity in the struggle to remember and remind. This film is done with very little money but with the passion and the belief that film keeps history alive."
Pressestimmen (Auswahl): "Jeanine Meerapfels produktiver,
sehenswerter Beitrag besticht argumentativ vor allem durch die Offenheit
seines Diskurses, mit dem schonungslos Fragen der gesellschaftlichen
Identität angegangen werden, die die Menschen in ihrem Denken
und Handeln bewegen." "Der Film meidet die vorschnelle,
die allzu einfache und eindeutige Position. Die Haltung bleibt immer
klar, aber sie soll nicht oktroyiert, sondern erfahren werden" |
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"La Amiga" (1988)
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| Regie: Jeanine Meerapfel Drehbuch: Jeanine Meerapfel/Alcides Chiesa Kamera: Axel Block Schnitt: Juliane Lorenz Ton: Dante Amoroso/Gunter Kortwich Musik: José Luis Castiñeira de Dios Produktion: Klaus Volkenborn, Journal Film KG, Berlin/Alma Film GmbH, Berlin/Jorge Estrada Mora Producciones, Buenos Aires Darsteller: Liv Ullmann, Cipe Lincovsky, Federico Luppi, Victor Laplace, Harry Baer |
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Preise: Friedensfilmpreis, Berlin 1990; lobende Erwähnung der Internationalen Katholischen Organisation für Film und Audiovision La Habana1988; 2. Preis Filmschau Nürnberg 1990; 1. Preis Beste Darstellerinnen San Sebastián 1988, Bundesfilmpreis-Nominierung. Filmfestivals: Montreal, Sydney, Chicago, Straßburg, Festival Latino in New York, Miami, Istanbul, Köln, etc. |
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Inhalt: Es ist die Geschichte einer engen und widersprüchlichen Freundschaft zweier Frauen vor dem Hintergrund der Militärdiktatur in Argentinien. Den Kinderschwur, Schauspielerin zu werden, hat nur Raquel verwirklicht. Maria heiratet einen Elektriker und wird Mutter dreier Kinder. Als die Militärs 1976 die Macht übernehmen,
wird Marias ältester Sohn Carlos wie zahllose andere, verschleppt.
In ihrer Verzweiflung wendet sich Maria an die inzwischen prominent
gewordene Freundin, die sich solange mit ihr auf die Suche nach dem
Sohn begibt, bis sie selbst bedroht wird. Raquel kehrt nach der Militärdiktatur 1983 nach Buenos Aires zurück. Sie ist ängstlich geworden, versucht sich anzupassen und zu vergessen. Sie will, daß ihre Freundin aufhört zu fordern, daß sie einsieht, daß Carlos tot ist. Aber Maria besteht darauf: ihr Sohn ist nicht tot, er ist "verschwunden". Nichts soll vergessen werden, so daß sich nichts wiederholt.
Pressestimmen (Auswahl): "Das Problem so vieler politischer
Filme ist ja, daß sie ihre Zuschauer zu eindeutigen Haltungen
(und Gefühlen) zwingen. Jeanine Meerapfel dagegen unterlegt
ihrem Film mehrere Perspektiven, die die Geschichte von Anfang an
offen und hinterfragbar halten. (...) Es gehört zu der Faszination
dieses Films, daß man hin- und hergerissen reagiert auf diese
beiden Frauen; mal fühlt man mit der einen, mal mit der anderen.
(...) ist Jeanine Meerapfels politisches Melodram eine nachdenkliche
Studie über die rebellische Macht inmitten politischer Ohnmacht,
mit vielen leisen Zwischentönen." ""...der Film 'La Amiga'
ist weit entfernt von jeglichem Polit-Kitsch. Er wirft Fragen auf,
liefert aber keine raschen, bequemen Antworten." |
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"Amigomío" (1995)
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| Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel/ Alcides Chiesa Kamera: Victor González Ton: Paul Oberle/ Jorge Stavropulos Schnitt: Andrea Wenzler Musik: Osvaldo Montes Produktion: Telefilm Saar Saarbrücken GmbH, Malena Films GmbH, Chelko S.R.L., Buenos Aires Darsteller: Daniel Kuzniecka, Diego Mesaglio, Mario Adorf |
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Preise: William Dieterle Filmpreis 1996, Saarländischer Drehbuchpreis 1990. Filmfestivals: Havanna, Bogotá, Puerto Rico, Huelva, Istanbul, London, Cartagena de las Indias, München, Göteborg, Saarbrücken, Atlanta, Washington und Santa Monica, Montreal, Belgrad, Gramado, Triest, etc. |
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Inhalt: "Amigomío" schildert
die Beziehung zwischen dem achtjährigen Amigomío und seinem
Vater Carlos. Der dreißigjährige arbeitslose Akademiker hat
sich vor kurzem von seiner Frau Negra getrennt. Plötzlich wird Negra
vom Militär verschleppt. Vater und Sohn müssen Argentinien sofort
verlassen. Eine abenteuerliche Reise durch die Anden beginnt. In ramponierten
Zügen und überfüllten Bussen durchstreifen sie die karge
Hochebene Boliviens, die 4000 Meter hoch gelegene Minenstadt Potosí,
die subtropischen Wälder Ekuadors. Sie treffen auf seltsame Gestalten,
auf Legenden und zeitlose Mythen der Indio-Kultur. |
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Pressestimmen (Auswahl): "'Amigomío'
ist einer dieser seltenen Filme, die sowohl intellektuell irritieren
als auch emotional berühren." Ein poetischer, ein realistischer
und politischer Film ohne Pathos. Stark!" "'Amigomío' es
un verdadero y entrañable 'road movie' latinoamericano..." "'Amigomío' ist
ein dichter Zyklus von Flucht und Neuanfang, poetisch, lebendig und
metaphernreich zugleich." TIP, Berlin (BB, Nr. 12/95)"In
dieser ambivalenten Atmosphäre, da kaum Wirklich und Unwirklich
zu unterscheiden ist, liegt die Schönheit und Stärke dieses
Films." |
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"Annas Sommer" ( 2001)
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| Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel Kamera: Andreas Sinanos Ton: Eva Valiño Schnitt: Bernd Euscher Musik: Floros Floridis Produktion: Integral Film GmbH/Malena Films GmbH/FS Production Athens Darsteller: Angela Molina, Herbert Knaup, Dimitris Katalifos, Rosana Pastor, Maria Skoula |
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Kontakt
= Jeanine Meerapfel - Malena Films GmbH
Filmfestivals: Montréal
2001, Chicago 2001, Mannheim-Heidelberg 2001, Hof 2001, Museum of
Modern Art - New York 2001, Thessaloniki 2001, Lünen 2001, Berlin
2002, Mar del Plata 2002 (Sonderpreis der Jury), Innsbruck 2002,
Shanghai 2002, Jerusalem 2002, Jewish Festival San Francisco 2002,
Mittelmeerfestival Köln 2002 u.v.a.. Inhalt: Als die 50jährige
Photojournalistin Anna Kastelano (Angela Molina) auf der griechischen
Insel Symi ankommt, weiss sie noch nicht, dass ihr Leben eine Wende
erfahren wird. Eigentlich ist sie an den Ferienort ihrer Familie nur
zurückgekehrt, um ihre Erbschaft das Haus ihrer griechischen
Familie zu übernehmen. Doch als formale Fragen sie zwingen,
die alte Familientruhe zu öffnen, um wichtige Dokumente zu finden,
enstehen aus der Truhe die Geister der Erinnerung und konfrontieren
sie mit ihrer eigenen Geschichte und lassen sie die Gegenwart neu erfahren... |
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Kommentar: "Annas Sommer" ist ein leichtherziger Film über die Zeit die erinnerte Zeit, die verstreichende Zeit (just als wir im Kino sitzen und den Kräften der Zeit bei der Arbeit zusehen) und, konsequenterweise, das Ende der Zeit den Tod. Jeanine Meerapfel hat das Unmögliche bewältigt: einen wundersam leichten Film über Verlust und Gewinn, über verlorene und gewonnene Liebe, über das Eine im Anderen. Die Sinnlichkeit ihrer Filmsprache durchglühte griechische Insel, Wärme in der blauen Nacht, die Präsenz der Gegenstände, das Leben im Essbaren, Süden und Norden (Berlin) vermittelt sich einzigartig über das Spiel von Angela Molina. Schön im Altern, fragil im Lieben, ein dramaturgisch geschickt eingefädelter universeller (femininer) Blick, der alles verzaubert, was er berührt. Ganz selbstverständlich gebiert eine Assoziation die nächste: wer liebt, liebt über den Tod hinaus. Die Spuren dieser Liebe verwandelt jeden Ort und dich selbst dieses Lebensspiel muß man lernen (und der Film baut ein Labyrinth, dessen Farben, Formen und fast spürbaren Gerüchen man sich hingeben muß): es ist Trauerarbeit als Lebensarbeit. Letzte Dinge, die zu ersten Schritten werden. All dieses kann man in
sich spüren und gleichermaßen ganz unbelastet das
Versprechen des Titels aufnehmen: eine Sommer-Zeit leichten und schweren
Herzens verbringen. Ein köstlich leichter Film über Abschied
und Tod! Ein Film gegen die Angst. " |
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Annas Sommer: |
Presse Kommentare | |
| film.pdf |
"Fictional lies on right occasions " (2003) Ein Film-Tagebuch von Jeanine Meerapfel |
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| mit: | ||
| Floros Foridis Babis Papadopoulos Titos Kariotakis |
Reeds - Saxophone, Klarinette Elektrische Gitarre, Loops, Effects Sound Engineer / Mischmeister |
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Ein filmisches Tagebuch über den Aufnahmeprozess mehrerer Sessions improvisierter Musik in den ehemaligen Lagerräumen einer Windmühle auf einer griechischen Insel. Zwei Musiker aus Thessaloniki treffen sich zu einem ungewöhnlichen Duo: Floros Floridis kommt vom Jazz und der Improvisation, Babis Papadopoulos vom Rock. Wenn sie zusammen musizieren, vermischen sich ihre Wurzeln; sie entdecken nicht nur Melodien und "Grooves" sondern auch neue Wege des musikalischen Dialogs. Das Ergebnis ist eine besondere Mischung von improvisiertem Jazz-Rock-Pop voller Humor, Agressivität und hin und wieder einer gewissen Melancholie - |
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"WER SICH NICHT WEHRT KANN NICHT GEWINNEN" (
2008) |
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Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel Kamera: Malena Bystrowicz Schnitt: Andrea Wenzler/ Paula Goldstein Musik: Floros Floridis Produktion: Malena Filmproduktion GmbH & Co. KG, Berlin, in Kooperation mit ARTE/WDR Protagonisten: José „Pepino“ Fernández, Juan Carlos „Gipi“ Fernández, Rodolfo „Chiqui“ Peralta, Inés Torres, Sandra Molina, u.v.a |
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Spanische Originalversion mit deutschen oder französischen Untertitel, und deutschen oder französischen Kommentar. 53 Min. |
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General Mosconi ist eine Kleinstadt im Norden Argentiniens. Ich bin dorthin gereist, weil ich vom Mut und den Initiativen ihrer Bewohner gehört hatte. Im Auftrag des Goethe Instituts in Buenos Aires wollte ich dort einen Film-Workshop mit den Arbeitslosen durchführen und ihnen helfen, ihre Situation selbst darzustellen. 1993 war die staatliche Erdölgesellschaft privatisiert worden, 70 % der Einwohner hatten ihre Arbeit verloren, das gesamte Versorgungssystem war zusammengebrochen, also Schulen, Krankenhäuser etc. Die Arbeitslosen haben jedoch nicht resigniert, sondern sind auf die Strasse gegangen. Im Laufe der Jahre nahm ihr Protest an Intensität und Komplexität zu. Aus der Taktik des Protestes entwickelten sie Überlebensstrategien, und organisierten sich in der UTD, der Union der Arbeitslosen Arbeiter. Ihre Aktionen und Projekte, von Plastik-Recycling bis zu Nähwerkstätten und Baumschulen sind beispielhaft für die sozialen Bewegungen im ganzen Land geworden. |
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