Filme von Jeanine Meerapfel:

 

 

"Zwickel auf Bizyckel" (1968-69/1997)

 

Regie: Kollektiv (Reinhard Kahn, Michel Leiner, Jeanine Meerapfel, Ingeborg Nödinger, Rolf Scheimeister, Pavel Schnabel)

Drehbuch, Schnitt und endgültige Fassung: Reinhard Kahn und Michel Leiner

Kamera: Rolf Scheimeister, Pavel Schnabel

Produktion: Epplwoi Motion Pictures, Frankfurt am Main, 1969/70 und Reinhard Kahn Filmproduktion, Frankfurt am Main, 1997

Hauptdarsteller: Roswitha Balser, Gabi Weber, Viktor Huber, Sabine Ebner
35 mm Normalformat, s/w, 85 Min. 19 Sek., Originalfassung deutsch und mit englischen Untertiteln.

 

Preise: Hessischer Filmpreis 1997.

Filmfestivals: Hofer Filmtage 1997, Frankfurter Filmschau 1997, Deutsche Reihe - Forum des Jungen Films 1998, etc.

 

Zur Entstehungsgeschichte des Films:

Unter dem Arbeitstitel "Auf der Suche nach dem Glück" entstand 1967 ein von Reinhard Kahn und Michel Leiner geschriebenes Drehbuch, in dem Personen aller sozialen Schichten auftreten. Dieses Drehbuch bekam 1968 eine Projektförderung des Kuratoriums "Junger Deutscher Film" zugesprochen. Nach einigen Erfahrungen mit der kollektiven Arbeitsweise am Institut für Filmgestaltung Ulm entschlossen sich die Drehbuchautoren - als die erste Fördergeldrate überwiesen war - den Film zusammen mit anderen Mitstudenten zu realisieren. Das Kollektiv, bestehend aus sieben FilmstudentInnen und einer ehemaligen Sekretärin, zog zum Jahreswechsel 1968/69 nach Frankfurt am Main, mietete ein Haus im Westend, nannte sich "Epplwoi Motion Pictures" und begann mit den Dreharbeiten. Für deren Finanzierung standen nur die Mittel aus der Projektförderung zur Verfügung. Das Kollektiv teilte sich in zwei Teams. Für ihre Arbeit wählten sie eine halbdokumentarische Methode, drehten an Originalschauplätzen und setzten als Darsteller nur Laien ein, die die gleichen Berufe wie die Figuren im Drehbuch hatten.
Als das Geld aufgebraucht war und das Kollektiv sich 1970 auflöste, lag "Zwickel auf Bizyckel", nur als Arbeitskopie vor. Nachdem dieser Film 28 Jahre als Schnittkopie liegengeblieben war, wurde er 1996/97 von Reinhard Kahn noch einmal überarbeitet, bis er schließlich 1997 erstmals öffentlich gezeigt wurde.

 

Inhalt:

Erzählt wird ein Abschnitt aus dem Leben zweier Personen, die sich im Film nicht treffen. Die Kindergärtnerin Doris soll ein vierjähriges Kind zu dessen Eltern nach Afrika bringen.
(Doris: "Fremde Länder will ich seh'n, Neger, Löwen und Palmen - In Filmen spürt man ihn immer weh'n, den Wüstenwind, den warmen..."). Der schielenden Bauhilfsarbeiters Robert glaubt, durch eine Augenoperation auch seine sonstigen Probleme lösen zu können.
Seine Frau Liselotte kommt zu folgender Erkenntnis:

 

Pressestimme (Auswahl):

"...'Zwickel auf Bizyckel' einen Lacherfolg zu nennen, hieße ihn auf die populärste seiner Qualitäten zu reduzieren; mindestens so entscheidend für das Wunder, das dieser kleine Film heute darstellt, sind seine exzellente Schwarzweißphotographie, seine dokumentarischen Seiten (das Kino als perfekte Zeitmaschine) und vor allem natürlich seine erfundenen Figuren, die dargestellt von Laien, nicht wahrhaftiger sein könnten. Als habe Jim Jarmusch mit Leuten von der Straße ein Drehbuch von Achternbusch inszeniert, so wirken die zwei parallel erzählten Geschichten von Doris, der schlampigen Kindergärtnerin, und Robert, dem schielenden Hilfsarbeiter. "Was könnte ich mir für meine Küche denn noch anschaffen?" fragt Doris am Ende, und der sich darauf entspinnende Dialog zwischen ihr und ihrer Freundin, ob Gas- oder Elektroherd, muß zu den grandiosesten Dada-Filmdialogen seit Karl Valentin zählen..." Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main (Robert Fischer, 28.10.97)

 

 

 

"Malou" (1981)

 

Regie und Drehbuch: Jeanine Meerapfel

Kamera: Michael Ballhaus

Musik: Peer Raben

Ton: Gunter Kortwich

Schnitt: Dagmar Hirtz

Produktion: Regina Ziegler- Filmproduktion GmbH

Hauptdarsteller: Ingrid Caven, Grischa Huber, Helmut Griem, Ivan Desny


35 mm, 94 Min., Farbe, Originalfassung deutsch und mit englischen, französischen und spanischen Untertiteln.

 

Preise: Internationaler Kritikerpreis - FIPRESCI, Cannes 1981; 1. Preis ("Alfonso Sánchez") und Preis der Katholischen Kirche, San Sebastián 1981; 1. Preis Chicago 1981.

Filmfestivals: New York (New directors), Taormina, Montreal, Sidney, Thessaloniki, London, Istanbul, etc.

 

Inhalt:

Zwei Lebensgeschichten: Malou, Animierdame im Straßburg der 30er Jahre, heiratet einen wohlhabenden deutsch-jüdischen Kaufmann und wird in die Emigration nach Südamerika verschlagen - das ungewöhnliche Schicksal einer kleinen Französin, die nach oben wollte. Und Hannah, eine moderne, junge Frau, die im heutigen Berlin an ihrer Rolle in einer konventionellen Ehe mit einem Architekten zweifelt und im Leben der Mutter nach Antworten für ihre Probleme sucht.
Zwei Liebesgeschichten: Malou und Paul sind das nostalgische Paar unserer Träume - ein Märchen, das nur tragisch enden konnte. Hannah und Martin sind ein Ehepaar von heute, das trotz aller Schwierigkeiten einer Zweierbeziehung den Weg zueinander und miteinander suchen.
Zwei Lebens- und Liebesgeschichten: Mutter und Tochter, zwei Frauenschicksale, die sich in dem Film ineinanderspiegeln, sich vielfach kreuzen, sich gegenseitig ergänzen.

 

Pressestimmen (Auswahl):

"Die Vergangenheit wie die Jetztzeit, das Deutsche wie das Exotische hat die Regisseurin Jeanine Meerapfel in ihrem Erstlingsspielfilm Malou mit bezwingender Leichtigkeit, mit Charme, Trauer, Zärtlichkeit und unfehlbarem Geschmack dargestellt."
Rheinische Post, Düsseldorf (Sebastian Feldmann, 21.03.80)

"Malou' ist ein Film, der Gefühle zeigt, ohne sentimental zu sein. Er arbeitet mit stilistischen Mitteln, die überzeugen und Schauspielern, allen voran Ingrid Caven und Grischa Huber, deren Gesichter, deren Gesten und Handlungen noch lange im Gedächtnis bleiben."
Zitty, Berlin (Anne Frederiksen, Nr. 7/81)

"Ein intelligenter, behutsamer Film über eine Krise, die gewiß öfter durchlitten als eingestanden wird. Hier wird sie ausgelebt. Nur so kann man sie schließlich meistern. Ein Film der Gefühle, der nicht der Verlockung zum Gefühlskino nachgibt: Wie leicht, wie einfach und wie falsch könnte alles über die Schilddrüse laufen. Da sei John Cassavetes vor: Ein hoch gezielter Vergleich, der die Nähe signalisiert, zumindest ungefähr. Eine sympathische Nähe."
Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main (Gunar Hochheiden, 23.03.81))

 

 

 

"Im Land meiner Eltern" (1981)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Peter Schäfer

Ton: Hans Schmitz

Schnitt: Heidi Murero

Musik: Jakob Lichtmann

Produktion: Westdeutscher Rundfunk 1981,

Darsteller: Anna Levine, Luc Bondy, Meier Breslav, Eva Ebner, Sarah Haffner, Jakob Lichtmann


16 mm, 88 Min., Farbe, Originalfassung deutsch und mit englischen Untertiteln.

 

Preise: Filmdukat der Stadt Mannheim 1981; lobende Erwähnung der Katholischen Filmarbeit in Deutschland, Mannheim 1981.

Filmfestivals: Florenz, Cinéma des femmes París, Montreal, Berlin (Forum des jungen Films), San Sebastián, etc.

 

Inhalt:

"Wenn es Hitler nicht gegeben hätte, wäre ich ein deutsch-jüdisches Kind geworden, mehr deutsch als jüdisch, geboren in einem kleinen süddeutschen Dorf. Aber ich bin in Argentinien geboren, meine Muttersprache ist Spanisch. 1960 kam ich nach Deutschland."

Dies ist Jeanine Meerapfels Ausgangssituation, von der aus sie ihre Suche nach möglichen Wurzeln ihrer eigenen jüdischen Identität beginnt, eine Suche, die immer wieder konfrontiert wird mit der deutschen Realität, die sie vorfindet. So spürt sie über subjektive und objektive Gegebenheiten hinaus der Frage nach, was es bedeutet, heute als Jude in Deutschland zu leben. Entgegen der oft gehörten Meinung, die Vergangenheit solle ruhen, sie sei bewältigt oder einfach vorbei, zeigt sie in ihrem Film eine andere Realität: Es gibt immer noch zu viele Verletzungen und Verletzte. Opfer, Täter und Zuschauer des Nationalsozialismus haben auch in den Kindern überlebt. Daher bleibt es weiterhin notwendig, sich zu erinnern. Mit der These "es gibt heutzutage wesentlich Schlimmeres, als Jude in Deutschland zu sein", weist der Film über die unverarbeitete Vergangenheit hinaus auf die derzeitige Situation der meisten Ausländer hin. Er zeigt, daß Fremdenfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit und Sündenbockmentalität vor dem Hintergrund der deutschen Vergangenheit eine andere Dimension haben als in anderen Ländern. Der Film gibt keine eindeutigen Antworten, er stellt eher offene Fragen. Die zehnjährige Anna Levine geht durch diesen Film stellvertretend für die Naivität und das Unwissen vieler. Durch die Augen eines Kindes sehen gewohnte Dinge plötzlich anders aus, sie werden deutlicher. Der Film ist ein persönliches Tagebuch und objektive gesellschaftliche Realität zugleich.

 

Pressestimmen (Auswahl):

"Vernunft und Gefühl laufen in diesem Film nie auseinander, gehen vielmehr geschwisterlich zusammen, immer umeinander besorgt. So kommt denn auch niemals Sentimentalität auf, sondern eine Solidarität der Minderheiten wird begreifbar, die anrührt und überzeugt."
Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main (Hans Stempel, 14.0.81)

"Im Land meiner Eltern erzählt von der Suche nach den Wurzeln der eigenen Identität. Es ist ein aufregender Film über die Bundesrepublik Deutschland geworden."
Süddeutsche Zeitung, München (Arnold Hohmann, 14.12.81)

"...ist es ein schonungslos offener, unbequemer und eben deshalb ein äußerst wichtiger Film geworden."
Kölner Stadtanzeiger, Köln (Ulrich Horn, 12./13.12.81)

 

 

 

"Die Kümmeltürkin geht" (1985)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Johann Feindt

Musik: Jakob Lichtmann

Ton: Paul Oberle/ Margit Eschenbach

Schnitt: Klaus Volkenborn

Produktion: Journal Film KG, Klaus Volkenborn

Darsteller: Melek Tez, Family Kantemir, Niyazi Türgay, Maksud Yilmaz, Erna Krause, Etta Czach


16 mm, 88 Min., Farbe, Originalfassung deutsch und englischen Untertiteln

 

Preise: Deutscher Kritikerpreis 1985; Otto-Dibelius-Preis der Evangelischen Kirche, Berlin 1985

Filmfestivals: Berlin, London, Leipzig, Edinburgh, Strasbourg, Festival du cinéma du reél, Paris, Valladolid, etc.

 

Inhalt:

Der Film stellt dem Schlagwort "Ausländerproblem" die Realität eines Einzelschicksals entgegen: Melek, eine 38jährige Türkin, verläßt nach 14 Jahren West-Berlin und kehrt in ihre Heimat zurück. Sie hat, wie sie auf gut deutsch sagt, "die Schnauze voll". Melek paßt schlecht in das Klischee von der unterdrückten türkischen Frau. Sie ist selbstbewußt, klug, realistisch; mit einem Lächeln um den Mund und Trauer in den Augen. Und doch haben die Jahre der erfolglosen Versuche, der Enttäuschungen und Demütigungen und des sich "Anpassenmüssens" die temperamentvolle Frau mit der "Stehauf-Männchen-Natur" schließlich zermürbt. Mit vielen Koffern und unbeirrbarer Zuversicht auf eine bessere Zukunft in der Heimat kehrt sie in die Türkei zurück.

Der Film ist das Porträt einer unüblichen Frau, einer Überlebenskünstlerin, die uns zwingt, die Vorstellungen, die wir von einer "typischen" Türkin haben, zu überprüfen. Ein sensibles Porträt einer faszinierenden Frau vor einem beunruhigenden politischen Hintergrund.

 

Pressestimmen (Auswahl):

"Doch noch nie hat man dieses Thema - trotz zahlreicher filmischer Bemühungen darum - so ganz und gar unsentimental und doch feinnervig dargestellt gesehen. Hier werden keine wortreichen Schuldzuweisungen wie Holzhammer geschwungen, hier genügen liebevoll-scharfsichtige und nachdenkliche Beobachtungen, die betroffen machen, zornig, die anstacheln, die eigene Hilflosigkeit, gepaart mit dem kopfabwendenden schlechten Gewissen, zu überwinden. 'Die Kümmeltürkin geht' - das ist Kino der Provokation, des Zorns und der Spannung."
Hannoversche Allgemeine, Hannover (gt, 19.04.85)

"Für mich war dies einer der besten diesjährigen Berlinale-Filme, weil er mehr erreicht und bewegt als viele Worte, Reportagen oder Diskussionen."
TIP, Berlin (Hans-Ulrich Pönack, Nr. 8/85)

"So gelingt es ihr, einem Thema, das heute verbraucht scheint, neue, überraschende Bilder und Töne zu entlocken"
Frankfurter Rundschau, Frankfurt am Main (Malte Ludin, 30.04.85))

 

 

 

"Die Verliebten" (1987)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Predrag Popovic

Musik: Jürgen Knieper

Schnitt: Ursula West

Ton: Marco Rodic

Produktion: Joachim von Vietinghoff Filmproduktion GmbH, Art Film 80, Zeta Film, Aleksandar Stojanovic

Darsteller: Barbara Sukowa, Horst-Günter Marx, Ljiljana Kontic, Beta Zivojinovic, Rade Serbedzija


35 mm, 95 Min., Farbe, Originalfassung deutsch und mit englischen und spanischen Untertiteln

 

Filmfestivals: Berlin, Pula, Moscow, Montreal, etc.

 

Inhalt:

Sie begegnen sich in Jugoslawien. Katharina, eine selbstsichere, energische Karrierefrau, Tochter jugoslawischer Gastarbeiter, in der Bundesrepublik Deutschland aufgewachsen, ist inzwischen zur erfolgreichen Fernsehjournalistin avanciert. Sie besucht das Land ihrer Eltern, um eine Reportage über die Integrationsschwierigkeiten jugoslawischer Gastarbeiterkinder in ihrer "Heimat" zu drehen. Sie selbst fühlt sich fremd zu Hause, meint, daß sie keine Heimat mehr brauche. Peter, ein "untypischer" Mann, träumerisch, nachdenklich, hat seinen festen Job als Komponist für Werbefilme aufgegeben. In Jugoslawien will er etwas über die Vergangenheit herausfinden: Er reist zu den Orten, an denen sein Vater während des Zweiten Weltkriegs im Einsatz war.

Die drei gemeinsamen Tage sind eine ständige Konfrontation mit der eigenen Herkunft und Geschichte: Katharina mit ihrem unverarbeiteten Identitätskonflikt, Jugoslawin oder Deutsche zu sein, Peter mit seinem Schuldkomplex gegenüber der Nazi-Vergangenheit seines Vaters. Zusammen besuchen sie das Dorf von Katharinas Mutter. Die Familie hält sie für Verlobte, und sie spielen das Spiel mit. Während einer ziellosen Busreise durch Montenegro entdecken die beiden einander, verlieben sich, spüren, daß es mehr als nur eine flüchtige Affäre sein könnte. Jeder von ihnen wäre bereit auf den anderen zuzugehen ...

 

Pressestimmen (Auswahl):

"..die aufrechte Auseinandersetzung gefällt ebenso wie der sichere Blick Jeanine Meerapfels für Details, für Menschen, für Gesichter, für Landschaften."
Berliner Morgenpost, Berlin (Dieter Strunz, 28.02.87)

"Dieser Film lohnt das Ansehen und das Gespräch!"
Südwest Presse, Ulm (Steffan Offenhäuser, 19.04.88)

"... this intelligent and romantic drama..."
Movieline (Annette Insdorf, 23.10.87)

 

 

 

"Desembarcos - Es gibt kein Vergessen" (1986-89)

 

Regie: Jeanine Meerapfel
(Mitarbeit: Alcides Chiesa)

Drehbuch: Jeanine Meerapfel

Kamera: Victor González

Ton: Alcides Chiesa

Schnitt: Heni Bouwmeester

Musik: José Luis Castiñeira de Dios

Produktion: Instituto Nacional de Cinematografía/Goethe-Institut/Jeanine Meerapfel


16 mm, 74 Min., Farbe, Originalfassung spanisch und mit deutschen, englischen und französischen Untertiteln

 

Preise: "El caimán barbudo", La Habana 1990; Preis der Stadt Straßburg1990.

Festivals: Menschenrechtsfestival Straßburg, Berlin (Forum des jungen Films), Leipzig, Hong Kong, Istanbul, etc.


Inhalt:

Zehntausende von Menschen sind zwischen 1976 und 1982 in Argentinien durch die Militärs verschleppt, gefoltert, ermordet worden. Wie geht man mit dieser Vergangenheit heute in Argentinien um? Sollen die Wunden zugedeckt werden? Der äußere Anlaß für diesen Film ist ein Regie-Workshop in Buenos Aires, veranstaltet vom dortigen "Instituto de Cine" und vom Goethe-Institut, geleitet von Jeanine Meerapfel. Drei Gruppen von Filmstudenten realisieren ihre eigenen Drehbücher. Das vorgegebene Thema war "Angst" und die Projekte handelten von der Angst, die nach der Militärdiktatur in Argentinien geblieben ist: Angst vor Repression, Folter, Exil, hauptsächlich Angst vor dem gesetzlich verordneten Vergessen. Während des Seminars tauchten Zweifel und Fragen auf. Wozu erinnern? Ist es sinnvoll immer wieder über Vergangenheit zu berichten? Oder: Was kann ein Film schon gegen das Grauen der Vergangenheit bewirken? Fragen und Zweifel über die Nützlichkeit der Ästhetik gegenüber der sinnlos erscheinenden Realität. "Es gibt kein Vergessen" ist wie ein Kaleidoskop von Fragen ohne endgültige Antworten. Der Film zeigt, wie sich die offenen Wunden der argentinischen Gesellschaft in den jungen Filmemachern spiegeln. Er dokumentiert die Verzweiflung darüber, daß sich die Vergangenheit wiederholen könnte. Er dokumentiert aber auch die Hoffnung dieser Gruppe Jugendlicher, die ihre Identität im Erinnern finden wollen.

 

Directors' Note

" 'Desembarcos' is about the necessity to remember what happened during the military dictatorship in Argentina, to remember the thousands kidnapped, tortured, murdered. It shows this open wound of the Argentinian society reflected in this group of young people. It also shows their hopes, their quest to find their own identity in the struggle to remember and remind. This film is done with very little money but with the passion and the belief that film keeps history alive."

 

Pressestimmen (Auswahl):

"Jeanine Meerapfels produktiver, sehenswerter Beitrag besticht argumentativ vor allem durch die Offenheit seines Diskurses, mit dem schonungslos Fragen der gesellschaftlichen Identität angegangen werden, die die Menschen in ihrem Denken und Handeln bewegen."
Die Wahrheit, Berlin (Rainer Braun, 11.12.02.89)

"Der Film meidet die vorschnelle, die allzu einfache und eindeutige Position. Die Haltung bleibt immer klar, aber sie soll nicht oktroyiert, sondern erfahren werden"
Die Zeit, Hamburg (Norbert Grob, 16.06.89)

 

 

 

"La Amiga" (1988)

 

Regie: Jeanine Meerapfel

Drehbuch: Jeanine Meerapfel/Alcides Chiesa

Kamera: Axel Block

Schnitt: Juliane Lorenz

Ton: Dante Amoroso/Gunter Kortwich

Musik: José Luis Castiñeira de Dios

Produktion: Klaus Volkenborn, Journal Film KG, Berlin/Alma Film GmbH, Berlin/Jorge Estrada Mora Producciones, Buenos Aires

Darsteller: Liv Ullmann, Cipe Lincovsky, Federico Luppi, Victor Laplace, Harry Baer


35 mm, 109 Min., Farbe, Originalfassung spanisch mit englischen Untertiteln und synchronisierte deutsche Fassung.

 

Preise: Friedensfilmpreis, Berlin 1990; lobende Erwähnung der Internationalen Katholischen Organisation für Film und Audiovision La Habana1988; 2. Preis Filmschau Nürnberg 1990; 1. Preis Beste Darstellerinnen San Sebastián 1988, Bundesfilmpreis-Nominierung.

Filmfestivals: Montreal, Sydney, Chicago, Straßburg, Festival Latino in New York, Miami, Istanbul, Köln, etc.

 

 

Inhalt:

Es ist die Geschichte einer engen und widersprüchlichen Freundschaft zweier Frauen vor dem Hintergrund der Militärdiktatur in Argentinien. Den Kinderschwur, Schauspielerin zu werden, hat nur Raquel verwirklicht. Maria heiratet einen Elektriker und wird Mutter dreier Kinder.

Als die Militärs 1976 die Macht übernehmen, wird Marias ältester Sohn Carlos wie zahllose andere, verschleppt. In ihrer Verzweiflung wendet sich Maria an die inzwischen prominent gewordene Freundin, die sich solange mit ihr auf die Suche nach dem Sohn begibt, bis sie selbst bedroht wird.
Raquel verläßt das Land, geht nach Berlin, in die Stadt, die ihre Eltern nach Hitlers Machtergreifung verlassen mußten. Maria schließt sich unterdessen den Müttern der Plaza de Mayo an, einer Gruppe argentinischer Frauen, alle auf der Suche nach ihren verschleppten Verwandten.
Als sich die Freundinnen wieder begegnen, haben sich beide stark verändert.

Raquel kehrt nach der Militärdiktatur 1983 nach Buenos Aires zurück. Sie ist ängstlich geworden, versucht sich anzupassen und zu vergessen. Sie will, daß ihre Freundin aufhört zu fordern, daß sie einsieht, daß Carlos tot ist. Aber Maria besteht darauf: ihr Sohn ist nicht tot, er ist "verschwunden". Nichts soll vergessen werden, so daß sich nichts wiederholt.

 

Pressestimmen (Auswahl):

"Das Problem so vieler politischer Filme ist ja, daß sie ihre Zuschauer zu eindeutigen Haltungen (und Gefühlen) zwingen. Jeanine Meerapfel dagegen unterlegt ihrem Film mehrere Perspektiven, die die Geschichte von Anfang an offen und hinterfragbar halten. (...) Es gehört zu der Faszination dieses Films, daß man hin- und hergerissen reagiert auf diese beiden Frauen; mal fühlt man mit der einen, mal mit der anderen. (...) ist Jeanine Meerapfels politisches Melodram eine nachdenkliche Studie über die rebellische Macht inmitten politischer Ohnmacht, mit vielen leisen Zwischentönen."
Die Zeit, Hamburg (Norbert Grob, 26.09.91)

""...der Film 'La Amiga' ist weit entfernt von jeglichem Polit-Kitsch. Er wirft Fragen auf, liefert aber keine raschen, bequemen Antworten."
Göttinger Tageblatt, Göttingen (Michael Schäfer, 14.12.91)

 

 

 

"Amigomío" (1995)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel/ Alcides Chiesa

Kamera: Victor González

Ton: Paul Oberle/ Jorge Stavropulos

Schnitt: Andrea Wenzler

Musik: Osvaldo Montes

Produktion: Telefilm Saar Saarbrücken GmbH, Malena Films GmbH, Chelko S.R.L., Buenos Aires

Darsteller: Daniel Kuzniecka, Diego Mesaglio, Mario Adorf


35 mm, 114 Min., Farbe, Originalfassung spanisch mit englischen Untertiteln und synchronisierte deutsche Fassung.

 

Preise: William Dieterle Filmpreis 1996, Saarländischer Drehbuchpreis 1990.

Filmfestivals: Havanna, Bogotá, Puerto Rico, Huelva, Istanbul, London, Cartagena de las Indias, München, Göteborg, Saarbrücken, Atlanta, Washington und Santa Monica, Montreal, Belgrad, Gramado, Triest, etc.

 

Inhalt:

"Amigomío" schildert die Beziehung zwischen dem achtjährigen Amigomío und seinem Vater Carlos. Der dreißigjährige arbeitslose Akademiker hat sich vor kurzem von seiner Frau Negra getrennt. Plötzlich wird Negra vom Militär verschleppt. Vater und Sohn müssen Argentinien sofort verlassen. Eine abenteuerliche Reise durch die Anden beginnt. In ramponierten Zügen und überfüllten Bussen durchstreifen sie die karge Hochebene Boliviens, die 4000 Meter hoch gelegene Minenstadt Potosí, die subtropischen Wälder Ekuadors. Sie treffen auf seltsame Gestalten, auf Legenden und zeitlose Mythen der Indio-Kultur.

Endlich in Quito angekommen, findet der Vater eine Anstellung bei einem deutschen Unternehmen. Er vermißt sein Land und Negra. Der kleine Amigomío, mit weniger Erinnerungen belastet, kann sich besser anpassen und wird im Laufe der Jahre ein echter Junge aus Quito. Er möchte Ekuadorianer sein, der Vater will Argentinier bleiben.

"Amigomío"
erzählt von der Sehnsucht nach einer Heimat. Die Eltern des Vaters verließen Europa in den 30er Jahren und gingen ins Exil. Die Geschichte wiederholt sich. Das Schicksal dieser Familie ist das von Abertausenden heute in der ganzen Welt; Emigranten, die ihr Land verlassen mußten, entwurzelt, immer in der Fremde, immer im Konflikt zwischen Identität und Anpassung.

 

Pressestimmen (Auswahl):

"'Amigomío' ist einer dieser seltenen Filme, die sowohl intellektuell irritieren als auch emotional berühren."
Die Zeit, Hamburg (Norbert Grob, 09.06.95)"

Ein poetischer, ein realistischer und politischer Film ohne Pathos. Stark!"
Plärrer (Jochen Schmoldt, Juni 1995)

"'Amigomío' es un verdadero y entrañable 'road movie' latinoamericano..."
Clarín, Buenos Aires (Ricardo García Oliveri, 04.09.93)

"'Amigomío' ist ein dichter Zyklus von Flucht und Neuanfang, poetisch, lebendig und metaphernreich zugleich." TIP, Berlin (BB, Nr. 12/95)"In dieser ambivalenten Atmosphäre, da kaum Wirklich und Unwirklich zu unterscheiden ist, liegt die Schönheit und Stärke dieses Films."
Süddeutsche Zeitung, München (Peter Buchka, 08.06.95)

 

 

 

"Annas Sommer" ( 2001)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Andreas Sinanos

Ton: Eva Valiño

Schnitt: Bernd Euscher

Musik: Floros Floridis

Produktion: Integral Film GmbH/Malena Films GmbH/FS Production Athens

Darsteller: Angela Molina, Herbert Knaup, Dimitris Katalifos, Rosana Pastor, Maria Skoula


35 mm, 107 Min., Farbe, Originalfassung englisch/griechisch/spanisch mit englischen Untertiteln und synchronisierte deutsche Fassung

Kontakt = Jeanine Meerapfel - Malena Films GmbH
E-mail: meerapfel@aol.com
Anschrift: Droysenstr. 6, 10629 Berlin/ Germany
Telefon / Fax: +49-(0)30-324 6495

Weltvertrieb = Media Luna Entertainment GmbH
email: info@medialuna-entertainment.de

soundtrack-CD zu beziehen über: floridis@aol.com

 

 

Filmfestivals: Montréal 2001, Chicago 2001, Mannheim-Heidelberg 2001, Hof 2001, Museum of Modern Art - New York 2001, Thessaloniki 2001, Lünen 2001, Berlin 2002, Mar del Plata 2002 (Sonderpreis der Jury), Innsbruck 2002, Shanghai 2002, Jerusalem 2002, Jewish Festival San Francisco 2002, Mittelmeerfestival Köln 2002 u.v.a..

Inhalt:

Als die 50jährige Photojournalistin Anna Kastelano (Angela Molina) auf der griechischen Insel Symi ankommt, weiss sie noch nicht, dass ihr Leben eine Wende erfahren wird. Eigentlich ist sie an den Ferienort ihrer Familie nur zurückgekehrt, um ihre Erbschaft – das Haus ihrer griechischen Familie – zu übernehmen. Doch als formale Fragen sie zwingen, die alte Familientruhe zu öffnen, um wichtige Dokumente zu finden, enstehen aus der Truhe die Geister der Erinnerung und konfrontieren sie mit ihrer eigenen Geschichte und lassen sie die Gegenwart neu erfahren...
Eine Liebesaffäre zwischen Anna und Nikóla (25) beginnt und eine Reise in die Erinnerung. Eine sinnlich-mediterrane Geschichte über Liebe, Leben und Abschied.

 

 

Kommentar:

"Annas Sommer" ist ein leichtherziger Film über die Zeit – die erinnerte Zeit, die verstreichende Zeit (just als wir im Kino sitzen und den Kräften der Zeit bei der Arbeit zusehen) und, konsequenterweise, das Ende der Zeit – den Tod. Jeanine Meerapfel hat das Unmögliche bewältigt: einen wundersam leichten Film über Verlust und Gewinn, über verlorene und gewonnene Liebe, über das Eine im Anderen. Die Sinnlichkeit ihrer Filmsprache –durchglühte griechische Insel, Wärme in der blauen Nacht, die Präsenz der Gegenstände, das Leben im Essbaren, Süden und Norden (Berlin) – vermittelt sich einzigartig über das Spiel von Angela Molina. Schön im Altern, fragil im Lieben, ein dramaturgisch geschickt eingefädelter universeller (femininer) Blick, der alles verzaubert, was er berührt. Ganz selbstverständlich gebiert eine Assoziation die nächste: wer liebt, liebt über den Tod hinaus. Die Spuren dieser Liebe verwandelt jeden Ort und dich selbst – dieses Lebensspiel muß man lernen (und der Film baut ein Labyrinth, dessen Farben, Formen und fast spürbaren Gerüchen man sich hingeben muß): es ist Trauerarbeit als Lebensarbeit. Letzte Dinge, die zu ersten Schritten werden.

All‘ dieses kann man in sich spüren – und gleichermaßen ganz unbelastet das Versprechen des Titels aufnehmen: eine Sommer-Zeit leichten und schweren Herzens verbringen. Ein köstlich leichter Film über Abschied und Tod! Ein Film gegen die Angst. "

(Horst Königstein)

 

 

Annas Sommer:
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"Fictional lies on right occasions " (2003)

Ein Film-Tagebuch von Jeanine Meerapfel
2003, 54 Minuten, gedreht auf DV, Originalfassung Griechisch mit engl. UT.

mit:    
Floros Foridis
Babis Papadopoulos
Titos Kariotakis


Reeds - Saxophone, Klarinette
Elektrische Gitarre, Loops, Effects
Sound Engineer / Mischmeister
 



Inhalt:

Ein filmisches Tagebuch über den Aufnahmeprozess mehrerer Sessions improvisierter Musik in den ehemaligen Lagerräumen einer Windmühle auf einer griechischen Insel.

Zwei Musiker aus Thessaloniki treffen sich zu einem ungewöhnlichen Duo: Floros Floridis kommt vom Jazz und der Improvisation, Babis Papadopoulos vom Rock. Wenn sie zusammen musizieren, vermischen sich ihre Wurzeln; sie entdecken nicht nur Melodien und "Grooves" sondern auch neue Wege des musikalischen Dialogs. Das Ergebnis ist eine besondere Mischung von improvisiertem Jazz-Rock-Pop voller Humor, Agressivität und hin und wieder einer gewissen Melancholie -
eine Reflektion unserer Zeit.

Dieses Film-Tagebuch begleitet die Musiker 11 Tage lang und dokumentiert, wie ihre Musik langsam Form annimmt, wie sie zur Insel reisen, das Studio aufbauen, leben, reden, kochen, lachen, Tavli spielen, und die CD-Aufnahmen zu "Fictional lies on right occasions" entstehen

 

 

 

„MOSCONI - oder wem gehört die Welt“ (2007)

 

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Malena Bystrowicz

Schnitt: Paula Goldstein

Musik: Floros Floridis

Produktion: Malena Filmproduktion GmbH & Co KG
in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut

HDV, 79 Min, Farbe, Originalfassung Spanisch mit deutschen und englischen Untertiteln.


Inhalt:

Protagonisten dieses Films sind eine Gruppe von Menschen, die sich mit Arbeitslosigkeit, Naturzerstörung und Verarmung nicht abfinden; sie haben die Union Arbeitsloser Arbeiter in Mosconi gegründet und kämpfen um ihr Überleben.
Mosconi ist eine Kleinstadt im Norden Argentiniens. Sie gilt als Paradigma für das, was man heute unter Verlust von Staat und Politik versteht.
Waren vor der Privatisierung des staatlichen Erdölkonzerns 95 Prozent der Bevölkerung Mosconis dort beschäftigt, so stieg die Arbeitslosenquote danach auf 70 Prozent. Doch nicht nur die traditionellen Arbeitsverhältnisse lösten sich auf, sondern das gesamte System infrastruktureller Versorgung. Heute kann sich die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung nicht einmal eine Gasflasche leisten (Erdgas ist in Argentinien der günstigste Energieträger). Wasser gibt es in Mosconi nur sechs Stunden täglich, und auch dann nur verschmutztes. Sämtliche öffentlichen Institutionen des Gesundheits- und Bildungsbereichs dämmern vor sich hin und leisten nur sporadisch Dienste.
Im Laufe der letzten Jahre nahm der Protest der Arbeitslosen an Intensität und Komplexität zu. Aus der Taktik des Protestes entwickelte sich eine Überlebensstrategie, die modellhaft für andere Protestaktionen im Land steht und hauptsächlich paradigmatische und kreative Formen der Wiederherstellung des sozialen Netzes aufweist.
Der Film handelt von ihren Aktionen, ihren Projekten, ihrer Lebenshaltung.




"WER SICH NICHT WEHRT KANN NICHT GEWINNEN" ( 2008)

Dokumentarfilm

Drehbuch und Regie: Jeanine Meerapfel

Kamera: Malena Bystrowicz

Schnitt: Andrea Wenzler/ Paula Goldstein

Musik: Floros Floridis

Redaktion:Sabine Rollberg

Produktion: Malena Filmproduktion GmbH & Co. KG, Berlin, in Kooperation mit ARTE/WDR

Protagonisten: José „Pepino“ Fernández, Juan Carlos „Gipi“ Fernández, Rodolfo „Chiqui“ Peralta, Inés Torres, Sandra Molina, u.v.a


Spanische Originalversion mit deutschen oder französischen Untertitel, und deutschen oder französischen Kommentar. 53 Min.


Kurzinhalt:

General Mosconi ist eine Kleinstadt im Norden Argentiniens. Ich bin dorthin gereist, weil ich vom Mut und den Initiativen ihrer  Bewohner gehört hatte.  Im Auftrag des Goethe Instituts in Buenos Aires wollte ich  dort einen Film-Workshop mit den Arbeitslosen durchführen und ihnen helfen, ihre Situation selbst darzustellen.  1993  war  die staatliche Erdölgesellschaft privatisiert worden, 70 %  der Einwohner hatten  ihre Arbeit verloren,  das gesamte Versorgungssystem war  zusammengebrochen,  also Schulen, Krankenhäuser etc.  Die Arbeitslosen haben  jedoch nicht resigniert, sondern  sind auf  die Strasse gegangen. Im Laufe der Jahre nahm ihr  Protest an Intensität und Komplexität zu. Aus der Taktik des Protestes entwickelten sie Überlebensstrategien, und organisierten sich in der UTD, der  Union der Arbeitslosen Arbeiter. Ihre Aktionen und  Projekte, von Plastik-Recycling bis zu Nähwerkstätten und Baumschulen sind beispielhaft für die sozialen Bewegungen im ganzen Land geworden.

Ausstrahlung bei ARTE: 19. April 2009 um 22.45





Filmographie Bibliographie